5 Fußball-Wünsche für das Jahr 2017

Eine sorgsamere Benutzung des Wortes „Derby“.

Es gibt ein Westderby, ein Südderby, ein Abstiegsderby, ein Trainerderby, ein Mittelfeldderby uvm. – im Grunde wird in Österreich beinahe jedes Spiel als Derby hochstilisiert. Je öfters man dies macht, desto mehr reduziert man die Bedeutung eines echten Derbys. Rapid gegen Austria. Rangers gegen Celtic. Man United gegen Liverpool. Das sind Derbys. Aber Altach gegen Salzburg ist mit Sicherheit kein „Westderby“. Und auch Southampton gegen Bournemouth ist kein Derby. Die Zuschauer und Leser würden es auch überleben, wenn öfters nur von „Duellen“ oder „Auseinandersetzungen“ gesprochen wird.

Sky Sport Austria in nativem HD.

Kommt schon Leute, wir schreiben ab morgen das Jahr 2017. Wenn sich schon jemand Mattersburg gegen Wolfsberg anschaut, dann will er zumindest keine hochskalierten Pixelhaufen herumstolpern sehen. Natives HD sollte für Pay TV keine Premiumoption sondern absolut verpflichtend sein – und da fordere ich noch keine Übertragungen in Full HD oder etwa 4K (wie sie in England und Deutschland bereits angeboten werden). Hier ist auch die Bundesliga gefordert, deren Interesse es sein müsste, ihr Produkt so gut wie möglich vermarktet und dargestellt zu sehen.

Eine WM mit 48 Teams?

Wieso nicht gleich mit 92 oder 184? Eine Champions League mit 64 Mannschaften? Was ist die nächste bahnbrechende Idee von Infantino und Co? Es gibt kaum einen Tag im Jahr an dem man nicht irgendwo ein Livespiel schauen kann (auch etwa am 24.12. oder 31.12.). Diese immer mehr auftretende Fußballübersättigung wird immer schlimmer. Zum 17. Mal Real Madrid gegen Barcelona in zwei Jahren – super. Zum 4. Mal die gleichen Teams im Halbfinale der Champions League – super. Leidtragende sind alle kleinen Teams und kleinen Ligen. Die Leute sollen wieder mehr in die Stadien gehen und ihre local teams unterstützen, ansonsten gibt es irgendwann nur mehr 20 Teams in Europa.

Keine Quantität auf Kosten der Qualität.

Quasi direkt an die Fußballübersättigung knüpft mein nächster Wunsch an. Wenn ein David Crouch auf DAZN gegen Liverpool aufläuft, ein Ben Benbennek im ORF interviewt wird oder Hans Krankl auf sky zum 187. Mal einen Rapidbezug aus dem Nichts herstellt, dann greife ich mir manchmal schon auf den Kopf. Vor allem weil es eigentlich immer wieder die gleichen Kandidaten betrifft. Nobody is perfect (mit Ausnahme von Oliver Polzer und Marcel Reif) und Fehler machen Menschen erst menschlich. Als zahlender Endkunde erwarte ich mir zumindest so etwas wie gewissenhafte Vorbereitung oder ein gesundes Maß an Selbstkritik. Das sollte eigentlich nicht zuviel verlangt sein.

Weniger raunzen über die Schiedsrichter.

Das gilt auch für meine Person. Sie sind nicht nur in Österreich teilweise schlecht oder sogar überfordert – als Beispiel aus anderen Ländern sei hier stellvertretend Hoffenheim gegen Frankfurt genannt. Auch Profischiedsrichter (wie in England) machen die Sache nicht viel besser. Das Spiel wird immer schneller und trickreicher, das Schiedsrichterwesen hingegen stagniert aber seit Jahren. Kleine Hilfsmittel wie etwa das Freistoßspray haben manche Kontroversen aus der Welt geschafft. Wer aber gegen technische Hilfsmittel (im Sinne von Videobeweis, Videoschiedsrichter oder Torlinientechnologie) ist, wird auch weiterhin mit krassen Fehlentscheidungen leben müssen. Und im Endeffekt sind diese Fehlentscheidungen auch noch immer das Stammtisch-Gesprächsthema #1, egal ob man es zugeben will oder nicht.

Werden meine Wünsche erfüllt werden? Vermutlich nur teilweise oder gar nicht. Nachdem mir hier auch keine Platitüde für ein krönendes Ende des Blogeintrags einfällt, wünsche ich euch allen einfach einen guten Rutsch und ein Wiederlesen im Jahr 2017.

Best of 2016 Teil 3: Kinofilme

Das Kinojahr 2016 war ein gutes, aber kein exzellentes. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die Hauptfavoriten für die Oscars 2017 bei uns fast ausnahmslos noch nicht in den Kinos gestartet sind. Dabei spreche ich von La La Land, Manchester By The Sea, Hacksaw Ridge, Fences, Moonlight, Lion und Nocturnal Animals, welche bereits einen Großteil der Nominierungen für die Globes erhalten haben und daher (nicht nur) laut Goldderby auch als Favoriten für die Academy Awards gelten.

Dennoch küre ich bereits zum vierten Mal knapp vor Jahresende meinen persönlichen Film des Jahres. Einziges Kriterium dabei, dass ich ihn im jeweiligen Jahr (zum ersten Mal) gesehen haben muss. Die bisherigen „Sieger“ lauten wie folgt:

2015: Inside Out (8.2 IMDb-Score / 94 Metascore)
2014: Whiplash (8.5 / 88)
2013: Drive (7.8 / 78)

Nachfolgend finden sich ein deutschsprachiger Film, ein Animationsfilm und gleich mehrere Filme, welche dem Independent Kino zuzuordnen sind. Enttäuscht war ich heuer vor allem von den Blockbustern, da weder X-Men Apocalypse noch Batman vs. Superman und für meinen Geschmack auch Captain America: Civil War nicht besonders überzeugt haben. Ebenso enttäuscht hat mich die Verfilmung von „The Girl On The Train“ nach einem Roman von Paula Hawkins, welcher für mich ähnliches theoretisches Potential wie „Gone Girl“ hatte. Ich habe die populären „Dr. Strange“ und „Star Wars: Rogue One“ bis dato nicht gesehen, daher finden diese Filme ebenfalls keinen Platz auf der nun nachfolgenden Liste.

10. Florence Foster Jenkins (Stephen Frears – 7.0 / 71)

Stephen Frears („The Queen“) erzählt die wahre Geschichte einer schwerkranken New Yorker Grand Dame und Society Lady aus der Nachkriegszeit, welche nichts lieber macht als die Oper zu singen. Das Problem dabei: sie kann nicht singen. Meryl Streep überzeugt durch eine schreckliche Stimme (was in diesem Fall ein Kompliment ist) und wird dabei von Hugh Grant (als Ehemann, der die Realität so fern wie möglich hält) und Simon Helberg (der Howie aus Big Bang Theory, der einen schüchterner Pianist mimt) famos unterstützt. Für den Golden Globe wurden bereits alle drei nominiert und Streep kann (sarkastisch formuliert) ihre Serie als Rekordverliererin bei den Oscars (aktuell 3/19) weiter ausbauen.

9. Toni Erdmann (Maren Ade – 8.1 / 96)

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Haare und Zähne sind fast echt – (c) daskino.at

Der geborene Grazer Peter Simonischek glänzt in diesem berührenden Familiendrama als pensionierter Musiklehrer, der den Kontakt zu seiner Tochter wieder intensivieren will, welche als CEO einer Consulting Firma unter Dauerstress steht. Mit Streichen und Späßen bringt er seine Tochter dabei reihenweise aus der Fassung. Der Film wurde bereits für einen Golden Globe nominiert und gilt auch als haushoher Favorit für den Auslandsoscar, welcher in diesem Fall leider nach Deutschland und nicht nach Österreich gehen würde – der Film an sich ist eine Co-Produktion beider Länder. Einziger Kritikpunkt: für meinen Geschmack war das 162-minütige Werk von Maren Ade um 30-40 Minuten zu lange, ist aber dennoch ein absolutes Must-See des abgelaufenen Kinojahres.

8. The Hateful Eight (Quentin Tarantino – 7.9 / 68)

Der achte (und damit nach eigener Aussage drittletzte) Film von Quentin Tarantino war sicherlich nicht eines seiner besten Werke. Auch hier sind die Längen (168 Minuten) zu kritisieren, da gerade im ersten Teil (vor der 15-minütigen Pause) so gut wie gar nichts passiert und die langatmigen Dialoge beinahe schon nerven. Doch aufgrund der epischen Kameraführung von Robert Richardson und der Wendungen (inkl. Gewaltexzesse in bester Tarantino-Manier) in der zweiten Hälfte hat der Film dennoch seinen Weg auf diese Liste gefunden. Ich bin übrigens bis heute nicht das Gefühl losgeworden, dass für die Rolle von Tim Roth ursprünglich Christoph Waltz eingeplant gewesen war.

7. 10 Cloverfield Lane (Dan Trachtenberg – 7.3 / 76)

Das inoffizielle Sequel zu Cloverfield ist ein Horrorthriller, welcher wie ein Kammerspiel inszeniert ist und mit den Köpfen der Zuschauer spielt. Eine junge Frau (gespielt von Mary-Elizabeth Winstead) wacht nach einem Autounfall im Haus eines zunächst freundlich wirkenden Mannes (John Goodman) auf. Dort wird ihr die Realität präsentiert, dass sie aufgrund eines atomaren/chemischen Angriffs (von Außerirdischen?) das Haus nicht mehr verlassen könne. Ein anderer dort lebender Mann (John Gallagher Jr.) stellt ihn jedoch als paranoid bzw. verrückt hin und so kommen beiden immer mehr Zweifel an dieser Theorie auf. Der Streifen lebt von drei exzellenten Schauspielern, der beklemmenden Atmosphäre im Bunker und dem Nichtvorhandensein von Informationen über die tatsächliche Situation da-draußen. Auch am Ende bleiben viele Fragen offen.

6. The Nice Guys (Shane Black – 7.4 / 70)

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Zu den 70er-Jahren gehören natürlich auch Schnauzbärte – (c) cinemablend.com

Dieser Film hat mich heuer fast am meisten (bzw. positivsten) überrascht. Shane Black (Kiss Kiss, Bang Bang & Iron Man 3) lässt Russell Crowe (als „Enforcer“) und Ryan Gosling (als Privatdetektiv) als ungleiches Buddy-Team (welches auch Goslings Teenager-Tochter inkludiert) wider Willen im Los Angeles der 70er-Jahre eine Verschwörung im Porno-Milieu aufdecken. Die Actionkomödie überzeugt neben der Crowe-Gosling-Partnerschaft auch durch die Dialoge (und 70er-Jahre-Referenzen) und die (überraschend) harten Actionsequenzen. Der Soundtrack umfasst u.a. Kool & The Gang, Earth, Wind & Fire, die Bee Gees und KISS und rundet das 70er-Jahre-Setting ab.

5. Room (Lenny Abrahamson – 8.2 / 88)

Einer der albtraumhaftesten Filme des Jahres. Oscar-Preisträgerin (Anm. eben dafür) Brie Larson und der bei den Dreharbeiten 8-jährige Jacob Tremblay (dem ein Haley-Joel-Osment-Schicksal hoffentlich erspart bleibt) glänzen als Mutter-Sohn-Gespann, welche miteinander auf engstem Raum leben müssen. Denn der Vater hat die Protagonistin vor Jahren entführt und seither eingesperrt (und auch das Kind gezeugt, welches von der Mutter trotzdem über alles geliebt wird). Als Österreicher muss man dabei unweigerlich an die Fälle Priklopil oder Fritzl denken, was das beklemmende Szenario noch zusätzlich verstärkt. Wie der Film ausgeht oder wohin er sich entwickelt, sei an dieser Stelle nicht erwähnt. Aber am Ende steht nichts über der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind.

4. Hell Or High Water (David Mackenzie – 7.8 / 88)

Der Neo-Western aus der Feder von David Sheridan (nominiert für einen Golden Globe) handelt von zwei ungleichen Brüdern (dargestellt von Ben Foster und Chris Pine), welche durch Texas reisen und Banken überfallen, um Geld für die hoch verschuldete Farm der Eltern sammeln zu können, um diese vor einer Zwangsversteigerung zu retten. Ihre Antagonisten sind dabei zwei Texas-Ranger (Jeff Bridges und Alberto Parker), welche dem Muster der scheinbar zufälligen Überfälle auf die Schliche kommen. „Hell Or High Water“ lebt nicht von seinen Actionsequenzen oder einer Story mit vielen Wendungen, sondern von den bestens entwickelten Charakteren und der Kameraführung von Giles Nuttgens im ruralen Texas. Neben dem Drehbuch wurden übrigens auch Jeff Bridges (als Nebendarsteller) und der Film (als bestes Drama) von der HFPA nominiert.

3. Zootopia (Byron Howard – 8.1 / 78)

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Ich habe 2016 selten so laut gelacht wie bei dieser Szene – (c) filmgamed.com

Wie im letzten Jahr findet sich auch heuer ein Animationsfilm unter meinen Top3 des Jahres. Zootopia (bei uns dämlicherweise als „Zoomania“gelaufen) entstammt ausnahmsweise nicht der Feder von Pixar sondern aus den Walt Disney Animation Studios. Protagonistin ist der Kaninchen-Teenager Judy Hopps, welche nicht wie ihre Eltern und Geschwister auf der ländlichen Farm arbeiten will, sondern gegen jede Wahrscheinlichkeit und viel Widerstand eine Karriere als Polizistin in der großen Stadt anstrebt und dort in eine Verschwörung von riesigen Ausmaßen gerät. Das antropomorphische Setting in dem Jäger und Sammler friedlich Seite an Seite leben überzeugt durch viele liebevolle Details. Mein persönliches Highlight sind dabei die Faultiere, welche ihren Dienst als Schalterarbeiter auf der Behörde verrichten. Auch die Message des Filmes sei hier nicht unerwähnt: Gib nie auf – du kannst alles schaffen, wenn du es nur willst.

2. Captain Fantastic (Matt Ross – 8.0 / 72)

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Viggo Mortensen als Captain Fantastic mit vier seiner sechs Kinder auf geheimer Mission – (c) spicypulp.com

Auch hier schreckt der deutsche Untertitel „Einmal Wildnis und zurück“ ziemlich ab. Manchmal frage ich mich, ob Filmverleihe ihren Filmen bewusst schaden wollen. Wie auch immer, Viggo Mortensen spielt hier einen Aussteiger, welcher seine sechs Kinder in den unbewohnten Wäldern von Minnesota ohne jegliche moderne Technologie (z.B. Strom, fließendes Wasser, Internet) unter einem rigorosen geistigen und körperlichen Regime aufzieht. „Corporate America“ ist der Feind und daher steht Selbstversorgung an der Tagesordnung. Durch einen tragischen Zwischenfall (die Mutter leidet an einer bipolaren Störung und ist seit unbestimmter Zeit einer psychiatrischen Anstalt untergebracht) muss die Familie im ausrangierten Schulbus auf eine Reise quer durch die USA aufbrechen und wird dabei mit dem vorherrschenden Materialismus der Gesellschaft konfrontiert. Dieser Film regt zum Denken an und wirft u.a. die Frage auf, wie verdummt die Gesellschaft in der heutigen Zeit bereits ist und wie scheinheilig Menschen ihre Tage durchleben. Mortensen darf nach Eastern Promises wohl auch (zurecht) mit seiner zweiten Oscarnominierung rechnen.

1. Arrival (Denis Villeneuve – 8.3 / 81)

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Amy Adams und Jeremy Renner versuchen die Zeichensprache der Außerirdischen zu dekodieren – (c) nytimes.com

Mein heuriger Film des Jahres ist ein Sci-Fi-Drama. Amy Adams und Jeremy Renner spielen darin eine Sprachexpertin und einen Wissenschaftler, welche vom CIA beauftragt werden, die Zeichen(-sprache) von zehnfach auf der Erde verteilt gelandeten Außerirdischen zu entschlüsseln um den Zweck deren Erdbesuchs herauszufinden. Jegliche weitere Zusammenfassung (und auch Analyse oder Resümee) des Inhalts würde einen Spoiler darstellen. Das vierte Kinowerk (nach Enemy, Prisoners und Sicario) des 49-jährigen Villeneuve aus Quebec schafft es dabei – auch aufgrund des sensationellen Soundtracks von Johann Johannsson (Anm. welcher auch Tracks von Max Richter inkludiert und deswegen nicht für einen Oscar nominiert werden kann) – die Spannung und Emotionen über die gesamte Laufzeit von 117 Minuten hoch zu halten, wobei bereits nach den ersten fünf Filmminuten tiefste Depression das vorherrschende Gefühl ist. Dieser Film hat mich zum nachdenken angeregt, ähnlich erging es wohl allen anderen Kinobesuchern in „meinem“ Saal, denn bei Beginn des Abspanns war kein einziges Wort zu hören – ein seltsames und auch seltenes Erlebnis, welches Arrival als meinen Film des Jahres 2016 qualifiziert.

Best of 2016 Teil 2: TV Serien

2016 war ein exzellentes Serienjahr. Durch die kreative, quasi uneingeschränkte Freiheit von HBO, Showtime, FX, Amazon und Netflix gibt es aktuell so viele epische Serien wie nie zuvor. Oscarpreisträger und (aktuelle!) Hollywoodstars lassen sich zur Beteiligung an hochwertigen TV-Projekten überreden. Das Überangebot der minderen Qualitätsware (zumeist von FOX, NBC und Co.) wird mit schlechten Quoten und Einstellungen abgestraft.

Fernsehen im klassischen Sinn ist tot – niemand will sich mehr nach Tagen, Uhrzeiten und TV-Smartcards richten. Dank Netflix, Amazon und sky kann ganze Staffeln an einem Tag schauen, man kann Episoden einen Tag nach der US-Erstausstrahlung im Originalton ansehen. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch weiter fortsetzen und dem klassischen Fernsehen damit noch weiter den Rang ablaufen.

In der nachfolgenden Liste findet sich daher auch nur eine „klassische“ Serie, welche einem US-TV-Network entstammt. Alle anderen Serien haben ihren Ursprung im Pay-TV.

10. BETTER CALL SAUL (AMC, Season 2)

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Rhea Seehorn (Kim Wexler) und Bob Odenkirk (Jimmy McGill) mal wieder am Boden – (c) collider.com

BCS ist definitiv eines der besten Spin-Offs aller Zeiten, weil es sich zwar an der Originalstory orientiert, jedoch als Prequel (und nicht wie üblich Sequel) viel mehr Freiheiten im Bezug auf den Storyverlauf besitzt. Die zweite Staffel hat zu Beginn nur langsam Fahrt aufgenommen, steigert sich jedoch von Folge zu Folge und kulminierte in einem nägelbeißenden Finale. Wer die Anfangsbuchstaben aller Staffeltitel aneinanderreiht, bekommt zudem einen Hinweis, welche Persönlichkeit in S3 auftauchen wird. Boom.

9. BILLIONS (Showtime, Season 1)

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Paul Giamatti (Oscarnominierung für Cinderella Man) und Damian Lewis (Emmy und Globe für Homeland) als Hauptprotagonisten – (c) hollywoodreporter.com

Damian Lewis als exzentrischer Wallstreet-Investmentbanker Bobby Axelrod. Paul Giamatti als Staatsanwalt Chuck Roades, der sich ständig am Rande der Legalität bewegt (und darüber hinaus). Eine der wenigen Serien, in denen es keinen dediziert „Guten“ gibt und fast alle Charaktere dazu einladen, sie unsympathisch zu finden. Aber das teilweise als Kammerspiel inszenierte Katz-und-Maus-Spiel zwischen Lewis und Giamatti hält den Spannungsbogen der Serie stets im oberen Bereich und wird durch die Leistungen von Malin Akerman, David Costabile und Maggie Siff ergänzt. Eine von drei „Original Series“ in dieser Liste.

8. GOLIATH (Amazon Video, Season 1)

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Oscar-, Emmy- und Globepreisträger Billy Bob Thornton als Billy McBride, der seine Chance sieht, seinem Intimfeind eins auszuwischen – (c) indiewire.com

Billy Bob Thornton als ausrangierter Rechtsanwalt, der seinen bescheidenen Lebensunterhalt mit nebensächlichen und unkomplizierten Fällen verdient. Ein zunächst unscheinbarer Fall bringt ihn in die Schusslinie einer mächtigen Anwaltskanzlei – die er einst mitgründete, bevor er dort von seinem Mitgründer und Widersacher hinausgeworfen wurde. Dieser wird von William Hurt (Oscar für „The Kiss of the Spider Woman“) absolut paranoid-famos gespielt. Maria Bello (als Klägerin) und Olivia Thirlby (als Protegé von Hurt) ergänzen die Cast der Original Series von Amazon, welche in der ersten (und einzigen) Staffel aus (nur) acht spannungsgeladenen Folgen bestand.

7. MR. ROBOT (USA, Season 2)

Mr. Robot - Season 2
Kaum zu glauben, aber in diesem Bild sind mehrere Spoiler versteckt. – (c) variety.com

Meine letztjährige Serie des Jahres hat zwar sechs Plätze verloren, erreicht aber dennoch einen guten 7. Platz. Im Vergleich zur bahnbrechend-innovativen ersten Staffel war einfach kein Spielraum nach oben offen. Die zweite Staffel versucht oft zu krampfhaft, den Zuseher zu überraschen und vergisst dabei teilweise auf die Protagonisten an sich. Erfinder Sam Esmail verwirrt die Storyline zu sehr mit Nebensächlichkeiten. Zusammenfassend ist dies aber dennoch Kritik auf höchstem Niveau, denn einige WTF-Momente sind dennoch im Angebot und der Ausblick auf Season 3 nimmt einem die philosophischen Gedanken an ECORP, Whiterose und die anderen Figuren im Schachspiel um die globale Kontrolle.

6. BOJACK HORSEMAN (Netflix, Season 3)

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BoJack auf einer speziellen Mission – (c) moviepilot.de

Mit Ausnahme der Simpsons schaue ich keine andere Animationsserie (wie z.B. South Park, Bob’s Burgers, King of the Hill, Archer usw.). BJH habe ich damals aufgrund der Skurrilität des Settings begonnen (Menschen und Tiere mit menschenähnlichen Zügen leben Seite an Seite). Das Setting ist simpel: BoJack Horseman war ein Sitcom-Star der 80er Jahre und wittert nach 20 Jahren Anonymität, Suff und Drogenexzessen wieder die Chance auf ein Comeback in Hollywood. In der dritten Staffel spielt BJH sein Vorbild „Secretariat“ und wird dafür auch für den Oscar nominiert. „Fish Out Of Water“ sei noch explizit als bahnbrechende Folge genannt – BJH besucht eine Unterwasserstadt und daher fällt 22 Minuten lange kein Wort – mit einer sensationellen Pointe am Ende.

5. WESTWORLD (HBO, Season 1)

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Oscarpreisträger Anthony Hopkins als Dr. Robert Ford, den Erschaffer und „Vater“ der Androiden in Westworld – (c) theverge.com

Basierend auf einem Roman von Michael Crichton haben JJ Abrams und Jonathan Nolan hier ein All-Star-Ensemble für das neue HBO-Highlight zusammengetrommelt. Anthony Hopkins (!), Ed Harris, Thandie Newton, Evan Rachel Wood, James Marsden, Luke Hemsworth, Jimmi Simpson, Ben Barnes, Rodrigo Santoro uvm. sorgen für eine Stardichte, welche man nicht einmal in Westeros antrifft. Die Story spielt in der nicht-definierten Zukunft, Westworld ist ein Unterhaltungspark mit Western-Theme, in dem sich (superreiche) Menschen an menschennahen Androiden austoben und dabei ihre geheimen Gelüste ausleben können: Sex, Folter, Mord. Die Serie spielt mit dem philosophischen Gedanken, was den Unterschied zwischen Menschen und Fast-Menschen ausmacht und wie weit Moralität geht. Wurde bereits für eine zweite Staffel verlängert.

4. GAME OF THRONES (HBO, Season 6)

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Immer im isländischen Winter drehen müssen wird mit der Zeit auch hart – (c) vox.com

Diese Staffel brachte uns epochale Folgen wie etwa „Battle of the Bastards“, „The Door“ oder auch „The Winds Of Winter“, welche den Status von GOT als das größte TV-Epos aller Zeiten weiter manifestieren konnten. Brachte die erstgenannte Folge endlich den langersehnten Showdown zwischen Jon Snow (ja, er lebt – und wer das noch immer nicht wusste, der hat entweder kein Internet oder keine Freunde) und Ramsay Bolton, so überraschte „The Door“ mit einem herzbrechenden Finale rund um einen lieb gewonnenen Charakter. Doch das Staffelfinale bleibt dank eines großen Knalls dennoch unangefochten an der Spitze der drittletzten Staffel von GOT und hat die Positionen für die 16 letzten Folgen (zwischen 2017 und 2019) nun klar abgesteckt.

3. FARGO (FX, Season 2)

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Kirsten Dunst und Jesse Plemons (Todd aus Breaking Bad!) in der zweiten Staffel von Fargo – (c) tvline.com

Die zweite Staffel hat im Grunde nichts (wenig) mit der ersten Staffel zu tun. Die Handlung ist viele Jahre vor der Handlung der 1. Staffel angesiedelt und dementsprechend wurde die Schauspielerriege  komplett ausgetauscht. Dennoch (oder vielleicht sogar deswegen) knüpft die Qualität der Zweitstaffel dennoch nahtlos an die Premierenstaffel an. Spannungsbogen, Erzählqualität sowie die Komplexität und Persönlichkeit der Story & Charaktere machen aus Fargo einen funkelnden Juwel am TV-Himmel. Mit Patrick Wilson, Kirsten Dunst, Ted Danson, Jesse Plemons, Cristin Milioti uvm. ist es den Schöpfern außerdem erneut gelungen, ein illustres Ensemble zusammenzustellen. Die dritte Staffel (u.a. mit Ewan McGregor, Mary Elizabeth Winstead und Carrie Coon) steht bereits in den Startlöchern und wird uns kommendes Jahr weitere „Fargo Geschichten“ ins Haus liefern.

2. PERSON OF INTEREST (CBS, Season 5)

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Michael Emerson, Amy Acker und Jim Caviezel im Kampf gegen Samaritan – (c) tv.com

Die meist unterschätzte Serie der letzten Jahre (auch im Bezug auf TV-Akkoladen) hat heuer nach fünf Staffeln ihr Ende gefunden. Jonathan Nolan (der Erfinder der Serie, welche ebenso wie Westworld von JJ Abrams produziert wurde) wurde jedoch genug Zeit gegeben, um dieses Finale so lange und perfekt wie nur möglich zu planen. Die ursprüngliche Handlung (reicher Tech-Guru stellt ehemaligen Spion an, um mit einer mächtigen Computer-KI gemeinsam Verbrechen zu verhindern) klingt relativ banal. Die Stärke der Serie ist jedoch die Entwicklung der Charaktere sowie Evolution der Haupt-Geschichte, das Verschwimmen von Gut und Böse und das Aufwerfen der moralischen Frage, wie weit Überwachung gehen darf. Highlight (neben dem perfekten Finale, was sonst nur Breaking Bad in dieser Art und Weise gelang) der letzten Staffel dabei „The Day The World Went Away„.  Auch aufgrund des Soundtracks, welcher im Laufe der Jahre von Nine Inch Nails über The Kills mit vielen (passend-ironischen) Kleinoden aus dem alternativen Rock-Sektor aufwarten konnte.

1. STRANGER THINGS (Netflix, Season 1)

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Die Kids aus Stranger Things. „Eleven“ Millie Bobbie Brown (ganz rechts) dabei als Komet am Nachwuchsschausspielerhimmel – (c) forbes.com

Ich liebe diese Serie. Eigentlich von Netflix als Pausenfüller (Sommerstart) geplant, wurde ST zur wohl besten neuen „original series“ des heurigen Jahres. Winona Ryder (einer meiner ersten Celeb-Crushes Anfang der 90er) schaffte dadurch ihr Comeback in Hollywood und wird im Jänner hoffentlich auch mit dem Golden Globe belohnt. Die Serie spielt im Jahre 1983 (meinem Geburtsjahr) und versetzt die Zuschauer mit einem Best-of-80s-Soundtrack auch musikalisch unmittelbar in diese Zeit. Die Mischung aus Nostalgie, Spannung, Mystery und Coming-of-Age-Story traf den Nerv der Zeit wie kaum eine andere Serie der letzten Jahre und findet daher kommendes Jahr auch seine Fortsetzung. Hier habe ich leider die Befürchtung, dass die Originalität zum Teil verloren gehen wird, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Denn es sind schon seltsamere Dinge passiert.

Best of 2016 Teil 1: Songs

Zum ersten Mal präsentiere ich an dieser Stelle neben meinen Top10-Filmen und Top10-Serien des Jahres auch meine 10 Top-Songs aus dem Jahre 2016. Generell war es für meinen Geschmack kein überragendes Musikjahr, da viele meiner Lieblingsbands und -künstler bereits im Vorjahr ein neues Album herausgebracht hatten. Außerdem habe ich leider nicht so viele neue Künstler und Alben wie gewünscht entdeckt. Dennoch ist am Ende ein recht bunter Mix aus Newcomern, etablierten Künstlern und Superstars herausgekommen.

28.12. – Top 10 Songs
29.12. – Top 10 Serien (Staffel)
30.12. – Top 10 Kinofilme

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So traurig war das Musikjahr dann auch wieder nicht – (c) stereogum.com

10. Night Drive – Rob Simonsen (Nerve OST)

Rob Simonsen ist einer der bekanntesten Composer bei Indie-Filmen (u.a. 500 Days of Summer, The Way Way Back, The Spectacular Now). Für das überraschend akzeptable Teenie-Techdrama „Nerve“ mit Emma Roberts und Dave Franco hat er mit einem elektronischen OST für die musikalische Untermalung gesorgt. Der Gute-Laune-Track „Night Drive“ steht dafür stellvertretend für die restlichen Songs. Leichte und gut verdauliche Sommerkost.

09. Me & Magdalena – The Monkees (Good Times!)

„Good Times!“ ist das erste Monkees-Studioalbum seit 20 Jahren. „Me & Magdalena“ wurde als dritte Single released. Das Besondere dabei: geschrieben wurde der Track von Ben Gibbard von Death Cab For Cutie. Im Bezug auf die Melodie wurden keine großen Experimente durchgeführt – muss meinem Geschmack nach auch nicht immer sein.

08. Lazarus – David Bowie (Blackstar)

In diesem Jahr haben wir u.a. Prince, Leonard Cohen, Glenn Frey und zuletzt auch George Michael verloren. Am betroffensten war ich aber definitiv über den Tod von David Bowie. „Look up here, I‘ im heaven“ singt er in der ersten Zeile von Lazarus, das zwei Wochen vor seinem Tod veröffentlicht wurde.

07. Good Grief – Bastille (Wild World)

Pompeii war einer meiner Lieblingssongs des Jahres 2013. In diesem Jahr brachten die Briten das Nachfolgealbum zu „Bad Blood“ heraus. Auch wenn die Gesamtqualität des Zweitwerks nicht wirklich mithalten konnte, so ist „Good Grief“ doch ein eingängiger Song in bester Bombast-Pomp-Tradition der Band.

06. Somebody Else – The 1975 (I Like It When You Sleep, for You Are So Beautiful yet So Unaware of It)

ILIWYSFYASBYSUOI (eingängige Abkürzung) ist mein Lieblingsalbum des Jahres 2016. Das Zweitwerk von The 1975 aus Manchester ist eines der wenigen Alben, welche ausnahmslos von vorne nach hinten und hinten nach vorne durchgehört werden können und dabei nicht langweilig werden. „Somebody Else“in Videoform (der Song beginnt bei 2:59) ist dabei der 3. Teil einer Fortsetzungsgeschichte aus „Robbers“ und „A Change Of Heart“.

05. Sister – Angel Olsen (My Woman)

Die Sängerin aus St. Louis war mir vor ihrem heurigen Album „My Woman“ kein Begriff. In „Sister“ überzeugt sie fast 8 Minuten lange mit ihrer überragenden Stimme und einer kräftigen Portion an Melancholie, optimal für einen regnerisch-deprimierenden Herbsttag.

04. Dead Alive – The Shins

Wie wohl viele andere auch, wurde ich mit den Shins erstmals durch den „Garden State“ OST (New Slang, Caring Is Creepy) konfrontiert. 15 Jahre später ist „Dead Alive“ die erste Single des unveröffentlichten neuen Albums, könnte auch von den Beatles sein und kann neben dem musikalischen Teil auch mit einem ausgefallenen Musikvideo überzeugen.

03. Tescoland – Jamie T (Trick)

Jamie T wurde mit „Sticks & Stones“ vom Zweitalbum „Kings & Queens“ einem breiteren Publikum bekannt. Nach einem mehrjährigen Hiatus folge auf das dritte Album 2014 dann heuer bereits das vierte Album namens „Trick“, welches sich auf alte Stärken besinnt. „Tescoland“ war die vierte Single und ist ein klassisches Beispiel für die Themen und Texte welche der 30-jährige Singer/Songwriter in sein Repertoire einbringt.

02. 22 (OVER S∞∞N) – Bon Iver (22, A Million)

Wenn ich melancholische Songs aufzählen müsste, käme „Holocene“ von Bon Iver ziemlich weit vorne. „22, A Million“ ist eines der experimentellsten Alben der letzten Jahre. Die erste Single „22 (Over SooN) überzeugt dabei mit der gewaltigen Stimme von Justin Vernon, viel Melancholie und einem melodisch-bezaubernden Ende.

01. A Change Of Heart – The 1975  (I Like It When You Sleep, for You Are So Beautiful yet So Unaware of It)

Dieser Song ist mit großem Abstand mein meistgehörtes Musikstück des Jahres 2016. Es könnte direkt aus den 80er-Jahren stammen und entspannt mich jedes Mal wieder mit den melodisch-eingängigen SynthesizerSounds. Mit Textzeilen wie „You used to have a face straight out of a magazine. Now you just look like anyone“ geht es um das nicht-mehr-verliebt-sein, was jeder von uns schon einmal durchgemacht hat. Ich habe jedoch keinen „Change of Heart“ und bedanke mich bei Matt Healy für diesen wunderbaren Song.

Resümee zur Hinrunde 2016/2017 der SV Ried

5. Dezember – heute ist Krampustag, daher gibt es für die Spieler der SV Ried eine Notenbewertung für die Hinrunde der tipico Bundesliga 2016/2017. 18 Runden sind absolviert, 18 Runden sind noch zu spielen. Enttäuschungen und Überraschungen wechselten sich regelmäßig ab und zur Halbzeit steht man neun Punkte vor dem Abstiegsplatz, womit man sich nach dem (erneut) äußerst schwachen Saisonstart durchaus zufrieden geben kann. Die ähnlich einzustufenden Teams aus der Südstadt und aus Wolfsberg liegen in Schlagdistanz.

SV Ried Mannschaft
Jubelbilder wie diese nach dem 4-2 gegen Rapid sah man im Herbst leider nur selten. (c) svried.at

Saisonvergleich

Mit Platz 8, 20 Punkten und einem Torverhältnis von -9 nach 18 Runden kann man fast exakt die gleiche Bilanz wie in den beiden Vorjahren vorweisen:

16/17: 20 Punkte – 17:26 (-9) – 8. Platz
15/16: 19 Punkte – 21:31 (-10) – 9. Platz
14/15: 20 Punkte – 20:28 (-8) – 8. Platz


Bilanz nach Gegner:

6 Punkte – x
4 Punkte – Mattersburg (1:1, 2:1)
3 Punkte – St. Pölten (3:2, 1:2), Altach (2:1, 0:1), Admira (0:1, 2:1), Sturm (1:0, 0:1), Rapid (0:5, 4:2)
2 Punkte – x
1 Punkt – Austria (1:1, 0:2)
0 Punkte – Wolfsberg (0:1, 0:1), Salzburg (0:2, 0:1)

Überraschung hier sicher die Doppelnull gegen Wolfsberg, welche mit SR Heiss beim Spiel in Ried jedoch einen konkreten Namen trägt. Gegen 50% aller Vereine teilte man die 3 Punkte kollegial, nur gegen Mattersburg blieb man (wichtigerweise) ungeschlagen. Die abenteuerlichsten Spiele gab es diesmal gegen Rapid, für das inferiore 0-5 im Auftaktspiel konnte man sich mit einem 4-2 revanchieren.


Spielernoten

TOR

Thomas Gebauer (1620 Minuten, 26 Gegentore) – Nicht so stark wie in den beiden Vorsaisonen, mehrere Patzer (wie beim 0-1 in der Südstadt oder beim 1-2 gegen St. Pölten), alles in allem aber dennoch ein sicherer Rückhalt – Befriedigend


DEFENSIVE

Thomas Reifeltshammer (1620 Minuten, 3 Tore) – Viele hatte ihm durch die Umstellung zur Viererkette langfristig einen Platz auf der Ersatzbank vorhergesagt – strafe Lügen und war durch seine offensive Renaissance unser torgefährlichster Spieler – Gut

Özgür Özdemir (1530 Minuten, 1 Gelbsperre) – Ließ den Abgang von Filipovic zur Austria bald vergessen machen. Souverän in der Defensive und mit Luft nach oben bei Offensivstandards. Bester Sommerneuzugang – Gut

Florian Hart (1260 Minuten) – Spielte bis zu seiner Verletzung im letzten Viertel der ersten Saisonhälfte eine tadellose Saison. Nie auffällig aber stets verlässlich – Befriedigend

Dennis Chessa (1359 Minuten, 1 Assist) – Blieb doch etwas unter den Erwartungen und geriet gegen Ende der Hinrunde außer Form und wurde durch Prada ersetzt. Oft zu zaghaft und in Sachen Passspiel mit Luft nach oben – Genügend

Thomas Bergmann (636 Minuten, 1 Assist) – Rutschte erst durch die Verletzung von Hart so richtig in die Startelf. Offensiv besser als defensiv. Darf die meisten Offensivstandard und Ecken (die stets am ersten Mann zerschellen) treten – Genügend

Ronny Marcos (308 Minuten, 1 Tor) – Wichtiges spätes Siegtor gegen Altach, ansonsten spielte der Deutsch-Mosambikaner keine Rolle. Bleib komplett unter den Erwartungen und wurde im Spätherbst nicht mehr berücksichtigt – Nicht Genügend


MITTELFELD

Peter Zulj (1435 Minuten, 3 Tore) – Wurde von Benbennek nach wenigen Spielen zum DMF umfunktioniert und spielte einen bärenstarken September. Verwandelte einen wichtigen last-minute-Elfer in Mattersburg. Zuletzt ging ihm jedoch Luft und Form aus, daher nur – Befriedigend

Marcel Ziegl (1303 Minuten, 2 Assists) – Lässt sein Auge für den tödlichen Pass immer wieder aufblitzen (wie beim 2-1 gegen die Admira), ansonsten aber eher durchschnittlich und wenig auffällig – Befriedigend

Alberto Prada (608 Minuten) – Galt für mich als sicherer Abgang im Sommer, wurde aber von Benbennek zum ZM umfunktioniert und spielte ein starke Partie beim 4-2 gegen Rapid. Verlässlicher Kaderspieler ohne viele Schwächen und Stärken – Befriedigend

Stefan Nutz (372 Minuten, 1 Tor) – Kam ohne jegliche Spielpraxis nach Ried und traf gleich gegen seinen Ex-Verein. In weiterer Folge mit eher enttäuschenden Standards und zuletzt verletzt. Traue ihm mit einer guten Vorbereitung im Frühjahr einiges zu – Genügend

Michael Brandner (510 Minuten) – Bekam zum Saisonbeginn einige Einsätze, verlor jedoch dann zuerst seinen Startplatz und anschließend seinen Kaderplatz. Kommt derzeit lediglich bei den Amateuren zum Einsatz – Nicht Genügend


OFFENSIVE

Mathias Honsak (1244 Minuten, 2 Tore, 3 Assists) – Vielleicht der Shooting Star dieser Saison. Konnte sein enormes Tempo im Herbst endlich in Zählbares ummünzen. Einstellung und Wille sind auch vorhanden, denn er spielte zuletzt gegen Mattersburg fast 40 Minuten mit Jochbeinbruch – Gut

Clemens Walch (969 Minuten, 3 Tore, 4 Assists) – Fit und in Form für mich der beste rechte Flügelspieler der Liga. Ja, davon bin ich überzeugt. Nur leider bleibt er selten lange fit, ansonsten wäre er schon lange nicht mehr in Ried. Im September absolut überragend, zuletzt nach Verletzungspause eher durchschnittlich – Gut

Patrick Möschl (638 Minuten, 2 Tore) – Zu Saisonbeginn mit schwerem Stand, konnte er im zweiten Saisonviertel jedoch von der Verletzung Walchs profitieren und erzielte gegen die Admira und gegen Mattersburg zwei wichtige Tore. Insgesamt Entwicklung jedoch kaum feststellbar, muss effizienter werden – Befriedigend

Dieter Elsneg (947 Minuten, 1 Assist) – Für den Topscorer der beiden Vorsaisonen ist ein Assist bei 16 Einsätzen eindeutig zu wenig. Leidet im ausgeglichenen Kader heuer unter dem Umstand, dass er kein klassischer 9er, kein 10er und auch kein 8er ist. Muss bei aller vorhandener Sympathie zulegen – Nicht Genügend

Orhan Ademi (803 Minuten, 1 Tor, 2 Assists) – Die Enttäuschung schlechthin. Wurde am Deadline Day als Topneuzugang präsentiert und traf gleich im ersten Spiel in St. Pölten. Ab dann jedoch in 10 Spielen (9x Startelf) kein einziges Tor mehr. Klägliche Aktion im Heimspiel gegen den SKN bleibt in Erinnerung –  Nicht Genügend

Thomas Fröschl (468 Minuten) – Der Krone-Spieler-des-Jahres und Rückkehrer aus dem Winter konnte bei 13 Einsätzen (die meisten davon kurz) kein Tor und kein Assist verbuchen. Verlor seinen Stammplatz an Ademi und muss sich im Frühjahr ebenfalls enorm steigern – Nicht Genügend


Bewertet wurden alle Spieler mit mehr als 270 Einsatzminuten.

Nicht bewertet: Reuf Durakovic (0 Minuten), Markus Schöller (0), Nico Antonitsch (0), Gernot Trauner (24), Albin Ramadani (0), Marvin Egho (71), Fabian Schubert (31).

Notenspiegel (Notenschnitt 3.52): Sehr Gut: 0x; Gut: 4x; Befriedigend: 6x; Genügend: 4x; Nicht Genügend: 5x


TRAINER und MANAGER

Benbennek Reiter
Trainer Christian Benbennek mit Manager Stefan Reiter – (c) nachrichten.at

Christian Benbennek ließ im Auftaktspiel mit einem viel zu offensiven 4-2-2 in Hütteldorf aufhorchen, die Quittung gab’s mit dem schmeichelhaften 0:5 Debakel. Überraschte jedoch gleich im zweiten Saisonspiel mit Freistoßtrick und zu-null-Sieg gegen den Herbstmeister aus Graz. Eine Linie oder Weiterentwicklung im Spiel war jedoch zuletzt kaum erkennbar, die Formkurve zeigte nach der Länderspielpause im Oktober kontinuierlich nach unten, nur mit dem unverdienten 2:1 gegen die Admira und dem glücklichen 2:1 gegen Mattersburg konnte ein katastrophaler Spätherbst verhindert werden. Gibt sich in Interviews meist selbstkritisch und sympathisch und hat kadermäßig einige gute Entscheidungen getroffen (Zulj als ZM, Prada als ZM). In der Rückrunde muss Augenmerk auf die schwache Offensive (nur 17 Tore in 18 Spielen) und den Spielstil gelegt werden, ansonsten rasselt der Zuschauerschnitt weiter in den Keller. Bekommt von mir eine Zwischennote: 3-4

Stefan Reiter kam in den Vorjahren mehrmals unter starke Kritik,  viele sprachen ihm bereits sein Mojo bei Transfers ab. Mit Özdemir und Peter Zulj waren heuer zwei Volltreffer dabei, bei den späten Neuzugängen Nutz und Ademi wurde erfolgreich gepokert. Bei Chessa kann ich noch kein finales Urteil abgeben. Gefloppt haben bisher Marcos und Egho (der nach seinem Ausschluss im Auftaktspiel gegen Rapid in Ungnade fiel). Mit der Bestellung von Christian Benbennek zum Trainer holte er einen (hier) unbekannten Mann ins Innviertel, der jedoch besser zu passen scheint als Kolvidsson und auch die lange angestrebte Umstellung auf die Viererkette geschafft hat. Bekommt auch eine Zwischennote: 2-3.


Ausblick auf das Frühjahr

Viel wird davon abhängen, wie man aus den Startlöchern gerät. Dem Auswärtsspiel in Wolfsberg (wo man bisher punktelos ist) folgt ein Heimspiel gegen den Meister aus Salzburg, ein Auswärtsspiel bei der Admira und ein Heimspiel gegen die Austria. In der Hinrunde konnte man aus dieser Abfolge nur einen Punkt holen, daher ist fast nur eine Überbietung dieser Bilanz möglich. Kadermäßig wird sich kaum etwas tun, für Zugänge ist kein Budget vorhanden. Stefan Nutz wird die Wintervorbereitung gut tun und Gernot Trauner kommt man seinem Kreuzbandriss zurück. Andere Spieler die hinter den Erwartungen blieben (Ademi, Fröschl, Elsneg) können sich auch fast nur steigern. Alles in allem gehe ich daher zum aktuellen Zeitpunkt von einem unspektakulären Frühjahr und dem 7. Endrang aus.