Resümee zur Hinrunde 2016/2017 der SV Ried


5. Dezember – heute ist Krampustag, daher gibt es für die Spieler der SV Ried eine Notenbewertung für die Hinrunde der tipico Bundesliga 2016/2017. 18 Runden sind absolviert, 18 Runden sind noch zu spielen. Enttäuschungen und Überraschungen wechselten sich regelmäßig ab und zur Halbzeit steht man neun Punkte vor dem Abstiegsplatz, womit man sich nach dem (erneut) äußerst schwachen Saisonstart durchaus zufrieden geben kann. Die ähnlich einzustufenden Teams aus der Südstadt und aus Wolfsberg liegen in Schlagdistanz.

SV Ried Mannschaft
Jubelbilder wie diese nach dem 4-2 gegen Rapid sah man im Herbst leider nur selten. (c) svried.at

Saisonvergleich

Mit Platz 8, 20 Punkten und einem Torverhältnis von -9 nach 18 Runden kann man fast exakt die gleiche Bilanz wie in den beiden Vorjahren vorweisen:

16/17: 20 Punkte – 17:26 (-9) – 8. Platz
15/16: 19 Punkte – 21:31 (-10) – 9. Platz
14/15: 20 Punkte – 20:28 (-8) – 8. Platz


Bilanz nach Gegner:

6 Punkte – x
4 Punkte – Mattersburg (1:1, 2:1)
3 Punkte – St. Pölten (3:2, 1:2), Altach (2:1, 0:1), Admira (0:1, 2:1), Sturm (1:0, 0:1), Rapid (0:5, 4:2)
2 Punkte – x
1 Punkt – Austria (1:1, 0:2)
0 Punkte – Wolfsberg (0:1, 0:1), Salzburg (0:2, 0:1)

Überraschung hier sicher die Doppelnull gegen Wolfsberg, welche mit SR Heiss beim Spiel in Ried jedoch einen konkreten Namen trägt. Gegen 50% aller Vereine teilte man die 3 Punkte kollegial, nur gegen Mattersburg blieb man (wichtigerweise) ungeschlagen. Die abenteuerlichsten Spiele gab es diesmal gegen Rapid, für das inferiore 0-5 im Auftaktspiel konnte man sich mit einem 4-2 revanchieren.


Spielernoten

TOR

Thomas Gebauer (1620 Minuten, 26 Gegentore) – Nicht so stark wie in den beiden Vorsaisonen, mehrere Patzer (wie beim 0-1 in der Südstadt oder beim 1-2 gegen St. Pölten), alles in allem aber dennoch ein sicherer Rückhalt – Befriedigend


DEFENSIVE

Thomas Reifeltshammer (1620 Minuten, 3 Tore) – Viele hatte ihm durch die Umstellung zur Viererkette langfristig einen Platz auf der Ersatzbank vorhergesagt – strafe Lügen und war durch seine offensive Renaissance unser torgefährlichster Spieler – Gut

Özgür Özdemir (1530 Minuten, 1 Gelbsperre) – Ließ den Abgang von Filipovic zur Austria bald vergessen machen. Souverän in der Defensive und mit Luft nach oben bei Offensivstandards. Bester Sommerneuzugang – Gut

Florian Hart (1260 Minuten) – Spielte bis zu seiner Verletzung im letzten Viertel der ersten Saisonhälfte eine tadellose Saison. Nie auffällig aber stets verlässlich – Befriedigend

Dennis Chessa (1359 Minuten, 1 Assist) – Blieb doch etwas unter den Erwartungen und geriet gegen Ende der Hinrunde außer Form und wurde durch Prada ersetzt. Oft zu zaghaft und in Sachen Passspiel mit Luft nach oben – Genügend

Thomas Bergmann (636 Minuten, 1 Assist) – Rutschte erst durch die Verletzung von Hart so richtig in die Startelf. Offensiv besser als defensiv. Darf die meisten Offensivstandard und Ecken (die stets am ersten Mann zerschellen) treten – Genügend

Ronny Marcos (308 Minuten, 1 Tor) – Wichtiges spätes Siegtor gegen Altach, ansonsten spielte der Deutsch-Mosambikaner keine Rolle. Bleib komplett unter den Erwartungen und wurde im Spätherbst nicht mehr berücksichtigt – Nicht Genügend


MITTELFELD

Peter Zulj (1435 Minuten, 3 Tore) – Wurde von Benbennek nach wenigen Spielen zum DMF umfunktioniert und spielte einen bärenstarken September. Verwandelte einen wichtigen last-minute-Elfer in Mattersburg. Zuletzt ging ihm jedoch Luft und Form aus, daher nur – Befriedigend

Marcel Ziegl (1303 Minuten, 2 Assists) – Lässt sein Auge für den tödlichen Pass immer wieder aufblitzen (wie beim 2-1 gegen die Admira), ansonsten aber eher durchschnittlich und wenig auffällig – Befriedigend

Alberto Prada (608 Minuten) – Galt für mich als sicherer Abgang im Sommer, wurde aber von Benbennek zum ZM umfunktioniert und spielte ein starke Partie beim 4-2 gegen Rapid. Verlässlicher Kaderspieler ohne viele Schwächen und Stärken – Befriedigend

Stefan Nutz (372 Minuten, 1 Tor) – Kam ohne jegliche Spielpraxis nach Ried und traf gleich gegen seinen Ex-Verein. In weiterer Folge mit eher enttäuschenden Standards und zuletzt verletzt. Traue ihm mit einer guten Vorbereitung im Frühjahr einiges zu – Genügend

Michael Brandner (510 Minuten) – Bekam zum Saisonbeginn einige Einsätze, verlor jedoch dann zuerst seinen Startplatz und anschließend seinen Kaderplatz. Kommt derzeit lediglich bei den Amateuren zum Einsatz – Nicht Genügend


OFFENSIVE

Mathias Honsak (1244 Minuten, 2 Tore, 3 Assists) – Vielleicht der Shooting Star dieser Saison. Konnte sein enormes Tempo im Herbst endlich in Zählbares ummünzen. Einstellung und Wille sind auch vorhanden, denn er spielte zuletzt gegen Mattersburg fast 40 Minuten mit Jochbeinbruch – Gut

Clemens Walch (969 Minuten, 3 Tore, 4 Assists) – Fit und in Form für mich der beste rechte Flügelspieler der Liga. Ja, davon bin ich überzeugt. Nur leider bleibt er selten lange fit, ansonsten wäre er schon lange nicht mehr in Ried. Im September absolut überragend, zuletzt nach Verletzungspause eher durchschnittlich – Gut

Patrick Möschl (638 Minuten, 2 Tore) – Zu Saisonbeginn mit schwerem Stand, konnte er im zweiten Saisonviertel jedoch von der Verletzung Walchs profitieren und erzielte gegen die Admira und gegen Mattersburg zwei wichtige Tore. Insgesamt Entwicklung jedoch kaum feststellbar, muss effizienter werden – Befriedigend

Dieter Elsneg (947 Minuten, 1 Assist) – Für den Topscorer der beiden Vorsaisonen ist ein Assist bei 16 Einsätzen eindeutig zu wenig. Leidet im ausgeglichenen Kader heuer unter dem Umstand, dass er kein klassischer 9er, kein 10er und auch kein 8er ist. Muss bei aller vorhandener Sympathie zulegen – Nicht Genügend

Orhan Ademi (803 Minuten, 1 Tor, 2 Assists) – Die Enttäuschung schlechthin. Wurde am Deadline Day als Topneuzugang präsentiert und traf gleich im ersten Spiel in St. Pölten. Ab dann jedoch in 10 Spielen (9x Startelf) kein einziges Tor mehr. Klägliche Aktion im Heimspiel gegen den SKN bleibt in Erinnerung –  Nicht Genügend

Thomas Fröschl (468 Minuten) – Der Krone-Spieler-des-Jahres und Rückkehrer aus dem Winter konnte bei 13 Einsätzen (die meisten davon kurz) kein Tor und kein Assist verbuchen. Verlor seinen Stammplatz an Ademi und muss sich im Frühjahr ebenfalls enorm steigern – Nicht Genügend


Bewertet wurden alle Spieler mit mehr als 270 Einsatzminuten.

Nicht bewertet: Reuf Durakovic (0 Minuten), Markus Schöller (0), Nico Antonitsch (0), Gernot Trauner (24), Albin Ramadani (0), Marvin Egho (71), Fabian Schubert (31).

Notenspiegel (Notenschnitt 3.52): Sehr Gut: 0x; Gut: 4x; Befriedigend: 6x; Genügend: 4x; Nicht Genügend: 5x


TRAINER und MANAGER

Benbennek Reiter
Trainer Christian Benbennek mit Manager Stefan Reiter – (c) nachrichten.at

Christian Benbennek ließ im Auftaktspiel mit einem viel zu offensiven 4-2-2 in Hütteldorf aufhorchen, die Quittung gab’s mit dem schmeichelhaften 0:5 Debakel. Überraschte jedoch gleich im zweiten Saisonspiel mit Freistoßtrick und zu-null-Sieg gegen den Herbstmeister aus Graz. Eine Linie oder Weiterentwicklung im Spiel war jedoch zuletzt kaum erkennbar, die Formkurve zeigte nach der Länderspielpause im Oktober kontinuierlich nach unten, nur mit dem unverdienten 2:1 gegen die Admira und dem glücklichen 2:1 gegen Mattersburg konnte ein katastrophaler Spätherbst verhindert werden. Gibt sich in Interviews meist selbstkritisch und sympathisch und hat kadermäßig einige gute Entscheidungen getroffen (Zulj als ZM, Prada als ZM). In der Rückrunde muss Augenmerk auf die schwache Offensive (nur 17 Tore in 18 Spielen) und den Spielstil gelegt werden, ansonsten rasselt der Zuschauerschnitt weiter in den Keller. Bekommt von mir eine Zwischennote: 3-4

Stefan Reiter kam in den Vorjahren mehrmals unter starke Kritik,  viele sprachen ihm bereits sein Mojo bei Transfers ab. Mit Özdemir und Peter Zulj waren heuer zwei Volltreffer dabei, bei den späten Neuzugängen Nutz und Ademi wurde erfolgreich gepokert. Bei Chessa kann ich noch kein finales Urteil abgeben. Gefloppt haben bisher Marcos und Egho (der nach seinem Ausschluss im Auftaktspiel gegen Rapid in Ungnade fiel). Mit der Bestellung von Christian Benbennek zum Trainer holte er einen (hier) unbekannten Mann ins Innviertel, der jedoch besser zu passen scheint als Kolvidsson und auch die lange angestrebte Umstellung auf die Viererkette geschafft hat. Bekommt auch eine Zwischennote: 2-3.


Ausblick auf das Frühjahr

Viel wird davon abhängen, wie man aus den Startlöchern gerät. Dem Auswärtsspiel in Wolfsberg (wo man bisher punktelos ist) folgt ein Heimspiel gegen den Meister aus Salzburg, ein Auswärtsspiel bei der Admira und ein Heimspiel gegen die Austria. In der Hinrunde konnte man aus dieser Abfolge nur einen Punkt holen, daher ist fast nur eine Überbietung dieser Bilanz möglich. Kadermäßig wird sich kaum etwas tun, für Zugänge ist kein Budget vorhanden. Stefan Nutz wird die Wintervorbereitung gut tun und Gernot Trauner kommt man seinem Kreuzbandriss zurück. Andere Spieler die hinter den Erwartungen blieben (Ademi, Fröschl, Elsneg) können sich auch fast nur steigern. Alles in allem gehe ich daher zum aktuellen Zeitpunkt von einem unspektakulären Frühjahr und dem 7. Endrang aus.

Autor: themanwho83

Zwischen Graz und Ried

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