Grazie, Bud Spencer

zweiausserrandundband

Ich verbinde meine filmtechnische Kindheit mit exakt drei Namen: Michael J. Fox, Terence Hill und Bud Spencer. Letzterer ist bekannterweise gestern im Alter von 86 Jahren von uns gegangen. In meiner Kindheit hatten wir dank der Nähe zu Bayern den Luxus von fünf TV-Sendern (FS1, FS2, ARD, ZDF und Bayern 3). Der tägliche (und wöchentliche) Fernsehplan war zusätzlich elterlich begrenzt. Doch gerade an regnerischen und winterlichen Sonntagnachmittagen gab es nur eine Möglichkeit: Bud Spencer & Terence Hill Filme am Einser. Dank der gewaltlosen Handlungen (trotz Haudraufaction, Gangster, Mafiosi und Halunken gab es quasi überhaupt nie Tote) auch kinderaugengerecht. Egal ob „Zwei bärenstarke Typen“ (Spione wider Willen), „Zwei außer Rand und Band“ (Motorradcops wider Willen), „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ (Piloten), „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (Pferdediebe) und wie sie alle heißen – ich liebe diese Filme und haben sie dutzende Male gesehen. Bei manchen Filmen kenne ich sogar ganze Dialogpassagen auswendig (das wird nicht nur mir so gehen). Schlagwörter wie „der fliegende Lokus“, „Lalalalalala“, „Dune Buggy“, „Flying Through The Air“, die Schlägerei mit dem Indianer am Footballfeld, die fehlende Bananenverkaufslizenz, Bohnenfressereien am Lagerfeuer, der vermeintlich blinde Vater – ich könnte diese Liste nahezu ewig fortsetzen. Wenn ich an Bud Spencer denke, denke ich an meine Kindheit. Und ich denke gerne an meine Kindheit. Daher möchte ich mich an dieser Stelle bei einem der größten Italiener aller Zeiten ein letztes Mal für alle die schönen Gedanken und Erinnerungen bedanken: Grazie di tutto, Signore Pedersoli. Riposa in pace.