Dahoam is dahoam

Dahoam is dahoam,
Wannst net fort muaßt, so bleib;
Denn d’Hoamat is ehnter
Der zweit Muaderleib

So die letzte Strophe der oberösterreichischen Landeshymne von Franz Stelzhamer. Der Dichter und Novellist wuchs in Großpiesenham auf, knapp 8 km südwestlich von Ried im Innkreis gelegen. Auf einem der größeren Plätze im Stadtzentrum – dem Stelzhamerplatz – ist ihm auch ein Denkmal gewidmet – nomen est omen.

Um an diese Einleitung anzuknüpfen: nach dem Abschluss meines Studiums an der FH Salzburg mit der Spezialisierung in Marketing und Medienmanagement musste ich eben aus meinem Heimatland weg. Denn zum damaligen Zeitpunkt, vor über zehn Jahren, gab es außerhalb der Landeshauptstädte kaum attraktive Marketingjobs in der Internetbranche. Deswegen fokussierte ich mich bei meiner Jobsuche auf Salzburg, Innsbruck und Graz. Diese drei Städte waren mir nicht zu groß (Wien), nicht zu nah (Linz), nicht zu weit (Klagenfurt) oder zu klein (alles andere in Österreich).

Von Ried nach Graz

Im Endeffekt landete ich dann bei sms.at in Graz, mitten im Herzen der Murmetropole im Palais Saurau (besser bekannt als das Gebäude mit dem „Türken“). Sechs Jahre lang arbeitete ich nicht nur in der Sporgasse, sondern bewohnte auch eine 40m²-Wohnung im Gebäude mit der Hausnummer 7.  Ich nannte das Flann O’Brien in der Murgasse mein Wohnzimmer und den Schloßberg meinen Garten.

Aufgrund der Zentralität der Lage benötigte ich nicht einmal ein Auto oder Fahrrad, 95% der Wege konnte ich zu Fuß oder mit der Straßenbahn zurücklegen. 2013 zog ich dann aus der Inneren Stadt (Graz I) ins nördlich anknüpfende Geidorf (Graz III) um – keine 15 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt aber dennoch bedeutend ruhiger und grüner. Man wird ja älter.

Knapp ein Jahrzehnt (mathematisch gesehen 28% meines Lebens) habe ich als Einwohner mit Hauptsitz in der Stadt Graz verbracht. Von Dezember 2007 bis August 2017. Denn Anfang Juli dieses Jahres habe ich die Zusage für eine äußerst interessante Stelle bei der N!N pro GmbH in Ried bekommen. Dort beschäftige ich mich primär mit Suchmaschinenoptimierung und dem Projekt- bzw. Produktmanagement einer äußerst spannenden und innovativen SaaS-Lösung namens SyncSpider.

Mein Leben in der Murmetropole

Immer wieder werde ich (nach nur einem Monat) von Freunden und Bekannten jedoch gefragt, ob mir Graz fehlt. Natürlich fehlt mir Graz. In unbestimmter Reihenfolge fehlen mir die lauen Sommernächte im Parkhouse, die wunderbare Kombüse (mit den Stammgästen Stermann & Grissemann), die Nähe zur südsteirischen Weinstraße, die mögliche Auswahl aus unzähligen Pizzerien und Steakhäusern, das internationale Flair der irisch/englischen Pubs wie etwa O’Carolan’s, Flann O’Brien oder Bar28 und das Pubquiz im Office Pub.

Mir fehlen die Konzerte und Konzertmöglichkeiten in Orpheum, p.p.c., Postgarage, Kasematten, Messe und Stadthalle. Mir fehlen meine Laufstrecken entlang der Mur und durch den Hilmteich/Leechwald. In Graz habe ich für den ersten Marathon meines Lebens trainiert und diesen im Oktober 2015 auch erfolgreich absolviert. Ein Moment, den ich niemals vergessen werde. Auch mehrere Länderspiele habe ich in der UPC Arena (nunmehr Merkur Arena) mitverfolgt, u.a. gegen Lettland und Schweden sowie ein U21 Länderspiel zwischen Österreich und Spanien (mit Morata, Carvajal, Saúl und Jesé).

Österreich Lettland UPC Arena
Österreich gegen Lettland. 3-1 und drei Ausschlüsse in einem Freundschaftsspiel in der UPC Arena.

Außerdem fehlt mir das politische Klima (ins Besondere) meines Heimatbezirkes Geidorf, in dem die FPÖ im Februar 2017 nur knapp 10% aller Stimmen erhalten hat. Im Jahr zuvor hat Norbert Hofer auch nur 21.7% der möglichen Stimmen erhalten, Bundespräsident Alexander Van der Bellen die restlichen 78.3%.

Ergebnis Gemeinderatswahl Graz-Geidorf 2016

Und zu guter Letzt fehlen mir natürlich viele langjährige Freunde – und Bekannte bzw. Kollegen, die über die Jahre hinweg ebenfalls zu Freunden geworden sind. Wenn ich darüber sinniere, was mir alles fehlt, dann werde ich sogar kurzzeitig eiwändi, wie man in Oberösterreich sagt und was wohl am besten mit „melancholisch“ zu übersetzen ist.

Von Graz nach Ried

Doch ich habe mich entschieden. Nun bin ich zurück in meiner Heimatstadt, der Stadt in der ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin, der Stadt in der ich meine (bis heute) besten Freunde kennen gelernt habe. Im Gegensatz zu einigen anderen Freunden habe ich Ried bis heute auch nie wirklich vollständig verlassen, war aufgrund meiner akut masochistischen Liebe zur SV Ried an jedem Heimspielwochenende daheim anzutreffen und plante sogar meine Urlaube nach dem Rahmenterminplan. Überschlagsmäßig bin ich die 245km lange Strecke Graz-Ried-Graz 250x gefahren. Das ist keine dieser bewussten Übertreibungen, sondern mit 123.000 Gesamtkilometern eine ziemlich realistische Zahl.

In der ersten Woche zurück wurde dann aber dennoch (scherzhaft) als Steirer bzw. Grazer bezeichnet, was mich sogleich an Robert Heinleins Roman „Stranger in a Strange Land“ erinnert hat. Denn in Graz wurde ich auch nach einem knappen Jahrzehnt teilweise noch immer als Innviertler oder Rieder bezeichnet. In Graz hörte der Steirer den oberösterreichischen Dialekt heraus, in Ried wurde ich vom lebenslangen Innviertler für unbewusst reingerutschte steirische Phrasen belächelt.

Größtenteils fühle ich mich aber trotzdem bereits, als ob ich niemals weg gewesen wäre. Ried mag zwar nur knapp 12.000 Einwohner haben, ist aber das Zentrum des Innviertels und eine der wichtigsten Städte in Oberösterreich. Ried ist eine Sportstadt. Die SV Ried wird kommende Saison wieder in der Bundesliga spielen (daran glaube ich ganz fest), die UVC Ried spielt nun das zweite Jahr in der Volleyball-Bundesliga, die Herren des UTC Fischer Ried waren jahrelang in der Tennis-Staatsliga aktiv, die Damen sind heuer in die Bundesliga aufgestiegen (Anm. Danke, Herr Reiter ;)) und beim Leichtathletik-Meeting im alten Stadion kann man jedes Jahr den besten Leichtathleten Österreichs auf Beine und Hände schauen. Ried ist eine Schulstadt. Bundesgymnasium, BORG, HAK, Handelsschule, HBLA, HTL und viele andere Schulen sind von September bis Juli das unliebsame Zentrum von Tausenden von Schülern aus dem Inn- und Hausruckviertel.

Ried ist eine Innovationsstadt. International bekannte und renommierte Unternehmen wie Fischer, Löffler, FACC, Wintersteiger oder TEAM7 haben von Ried aus ihren Siegeszug in ihrer jeweiligen Branche angetreten. Ried ist eine Messestadt. Übermorgen beginnt die Landwirtschaftsmesse am Rieder Messegelände und feiert dabei heuer obendrauf ihr 150. Jubiläum. Ried ist eine Kulturstadt. Die damals europaweit bekannte Bildhauerfamilie Schwanthaler ist auch sogar eine Antwort in der Trivial Pursuit Genius Edition aus den 90ern, welche zu Weihnachten immer aus dem Kasten hervorgekramt wird.

Ried Schwanthaler Altar Stadtpfarrkirche
Der Schwanthaler-Hochaltar in der Rieder Stadtpfarrkirche – (c) Thomas Ledl via Wikipedia, alle Rechte vorbehalten

Und Ried ist auch ein politisches Zentrum. Sebastian Kurz hat letzte Woche am Hauptplatz in Ried (und nicht etwa in Linz, Wels oder Steyr) seinen Wahlkampfauftakt abgehalten. Die Jahnturnhalle ist jeden Aschermittwoch dank der politischen Auftritte von FPÖ-Chef Heinz Christian Strache (und zuvor Jörg Haider) in aller Munde. Die bereits erwähnte Rieder Messe wird von Bundeskanzler Christian Kern eröffnet werden, abgesehen davon werden sich Politiker aus allen Lagern ein Stelldichein bei Bier und Würstel mit den (potentiellen) Wählern geben. Zu guter Letzt kommen auch einige sehr kluge Köpfe aus der Gegend: der Quantenphysiker Anton Zeilinger und der Genetiker Josef Penninger haben beide das Bundesgymnasium in Ried besucht bevor sie später in ihren jeweiligen Fachgebieten weltbekannt wurden.

Hoamatland

Mit seinen bereits erwähnten 12.000 Einwohnern (der Ballungsraum umfasst etwa 80.000 Menschen) ist Ried natürlich eine Stadt der kurzen Wege. Mit dem Auto bin ich je nach Fahraufkommen in maximal 5-7 Minuten im Büro, zu Fuß sind es je nach Gehgeschwindigkeit 15-20 Minuten. Wenn man dadurch im Vergleich zu meinem letzten Job in Graz täglich 20-30 Minuten an Freizeit gewinnt, dann summiert sich dies nicht nur monatlich, sondern bereits wöchentlich. Ried ist ebenfalls so zentral gelegen, dass man mit dem Auto 40 Minuten nach Passau, 45 Minuten nach Linz, 65 Minuten nach Salzburg und 110 Minuten zum Flughafen nach München benötigt. Via ÖBB ist man zudem auch innerhalb von 150 Minuten am Wiener Hauptbahnhof.

Das Salzkammergut kann an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Attersee, Traunsee, Irrsee, Mondsee und Wolfgangssee sind von Ried aus in knapp einer Autostunde erreichbar. Mit der Schönheit dieser Seen und Landschaften kann es bei aller Liebe kein einziger steirischer See aufnehmen. Kulinarisch gesehen bin ich froh, dass ich wieder ein Mohnflesserl mit Salz bestellen kann. Nicht zu viel Mohn und eben mit Salz. Und bitte nicht aus einem süßlichen Teig. Am besten noch aufgeschnitten und mit einem Stück Leberkäse in der Mitte ergänzt.

Mohnflesserl mit Salz
Kaum zu glauben, aber dieses göttliche Stück Bäckereikunst ist in Graz bzw. der Steiermark fast nicht erhältlich. (c) gutekueche.at, alle Rechte vorbehalten

Das Ried, welches ich vor 15 Jahren für Salzburg verlassen habe, kann man nur mehr bedingt mit dem Ried von heute vergleichen. Denn auch hier hat der technologische Fortschritt schon längst Einzug gehalten. Ried war sogar einer der ersten österreichischen Orte mit einem nahezu flächendeckenden Glasfasernetz. Auch hier gibt es mittlerweile das lange von der Öffentlichkeit herbeigesehnte Einkaufszentrum mit Elektronik- und Textilgroßhändler. Die so genannte Weberzeile wurde im Sommer 2015 mitten in der Innenstadt eröffnet und schmiegt sich angenehm in das Stadtbild.

Und in der Zwischenzeit haben auch viele meiner Freunde und Bekannte von damals – nach ihren Studien in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck oder sonstwo – ebenfalls wieder ihren Weg in die Heimat zurückgefunden. Deswegen fühle ich mich dann eben noch weniger wie ein stranger in a strange land.

Immer, wenn ich im Laufe der letzten Jahre gefragt worden bin, wo ich mich denn heimisch fühlte, war meine lapidare Antwort folgende: ich bin in Graz zuhause, aber in Ried dahoam. Deswegen soll dieser Eintrag nicht als Vergleich zwischen beiden Städten gesehen werden, sondern vielmehr als Liebenserklärung für jene beiden Städte, in denen ich gelebt habe, aktuell lebe und in der Zukunft leben möchte.

6 Schritte für Local SEO am Beispiel eines Fahrradgeschäfts in Graz

Google will, dass den Menschen überall (daheim, unterwegs, im Büro, im Urlaub,…) die für sie relevantesten Suchergebnisse angezeigt werden. Daher führt das Unternehmen im Laufe der kommenden Monate auch einen separaten Suchindex für mobile Geräte ein. Mobile Suchergebnisse sollen demnach in Zukunft aktueller als Desktop-Suchergebnisse sein.

Der mobile Index soll vielmehr sogar zum primären Index werden. Derzeit bezieht Google die Suchergebnisse noch aus dem Desktop-Index und generiert daraus dann das Mobile-Ranking. Dieser Umbruch wird im SEO-Bereich einiges verändern. Der Trend, dass Google immer mehr lokal und mobil denkt, setzt sich damit immer weiter fort.

Passend dazu die folgende Situation. Erst vergangene Woche hat mich ein Agenturkunde wieder darum ersucht, man solle ihm doch bitte ein Angebot für Local SEO zukommen lassen. Was genau er sich darunter vorstelle, bzw. was er sich davon erwarte, war meine Gegenfrage. „Dass das Unternehmen auf Google in seiner Region besser gefunden wird“ war die hier grob zusammengefasste Antwort. Eine Antwort, die im Grunde nicht wirklich verkehrt ist. Doch der Weg zu diesem Ziel ist alles andere als einfach und vor allem nicht punktuell oder einmalig.

Wieso dies so ist, möchte ich an einer kleinen selbst ausgedachten Case Study erklären, welche ich mit „Local SEO am Beispiel eines Fahrradgeschäfts in Graz“ betitelt habe. Wieso nun aber Fahrräder? Weil diese in Graz allgegenwärtig sind. Graz gilt als eine der Radhauptstädte Österreichs, der Anteil der Radfahrer am Verkehr wächst stetig und betrug vor acht Jahren bereits knapp 16% und liegt derzeit bei etwa 19%.

Radverkehrsanteil in Graz
Quelle: https://www.bmvit.gv.at/verkehr/ohnemotor/riz.html

Nehmen wir also an, ich besitze ein Fahrradgeschäft in 8010 Graz. Ich verkaufe dort Fahrräder und Fahrradzubehör, außerdem biete ich Service und Reparaturen an. Das Budget ist eher knapp und ich will nicht in AdWords oder Facebook Ads investieren, aber mein Ziel ist es dennoch, bei Google unter den ersten Suchergebnissen zu erscheinen, sobald jemand das Keyword „Fahrrad Graz 8010“ oder noch besser „Fahrrad Graz“ eingibt.

Fahrrad Graz 8010
Suche ich bei Google nach einem lokalen Unternehmen, stechen vor allem die besten Ergebnisse aus den Maps hervor.

Nehmen wir an, ich habe eine neue (oder gut gewartete) Website, die zum Übungszweck die meisten wichtigeren SEO-Kriterien erfüllt (z.B. interne Verlinkungen, sprechende URLs, laufende Inhaltsaktualisierungen, Meta Beschreibungen sowie eine Übersicht über meine Produkte inkl. Produktbeschreibungen mit relevanten Keywords). Darauf aufbauend habe ich nachfolgend sechs Punkte zusammengetragen, welche das lokale Ranking der Unternehmenswebsite bei Google langfristig verbessern können.

1) Optimierung von Google MyBusiness

Wenn ich ein lokales Unternehmen bin (bzw. überhaupt ein Unternehmen bin), dann ist ein Auftritt bei Google MyBusiness unumgänglich. Durch die Daten, welche ich bei der dortigen Anmeldung angebe, wird mein Unternehmensstandort mit meinem Geschäft verknüpft. Besonders wichtig ist die Angabe der korrekten Unternehmenskategorie, in diesem Fall „Fahrradgeschäft“. Mit dieser Kategorie steht und fällt mehr als man denkt.

Um potentiellen Kunden einen zusätzlichen Service bieten zu können, sollen bei natürlich auch Öffnungszeiten und eine Telefonnummer für Kontaktzwecke angegeben werden. Was bei MyBusiness (früher übrigens als Google Places bekannt) ebenso für Relevanz sorgt, ist das Hinzufügen von aussagekräftigen Bildern. Hier können bzw. sollen folgende Fotos hochgeladen werden:

  • Profilbild
  • Hintergrundbild
  • Unternehmenslogo
  • Innenaufnahmen
  • Außenaufnahmen
  • Fotos bei der Arbeit
  • Fotos von den Mitarbeitern

Je mehr Fotos man bei MyBusiness hochlädt, umso stärker das Signal an Google und die Relevanz des Unternehmens. Zusätzlich soll auch eine kurze Unternehmensbeschreibung angegeben werden, in welcher die Key Facts des Unternehmens hinterlegt werden.

Zusätzlich zur MyBusiness-Seite soll auch die Google+ Seite nicht vernachlässigt werden. Google+ wird zwar derzeit im Schnitt nur mehr als 3/5* Rankingfaktor bezeichnet, dennoch wird Google die Relevanz der eigenen Produkte niemals zu stark abwerten. Und wenn jemand zufällig auf der Google+ Seite landen sollte, so soll diese nicht wie ein Friedhof wirken, sondern aktuelle Unternehmensinformationen und aktuelle Neuigkeiten (Produkte, Services usw.) über das Unternehmen wiedergeben.

2) Strukturierte Daten (schema.org) und NAP

schema.org ist eine Auszeichnungssprache, die in Zusammenarbeit von Google, Bing, Yahoo und Yandex (der größten russischen Suchmaschine) entwickelt wurde. Sie dient der Kennzeichnung und Strukturierung von Inhalten auf Webseiten, sodass sie leichter durch Suchmaschinen indexiert werden können. Insbesondere werden die Typisierungen von schema.org eingesetzt, um Rich Snippets zu erzeugen. Rich Snippets kennt jeder, der bei Google z.B. schon einmal nach Konzertkarten gesucht hat:

Coldplay Tickets
Datum, Band und Location sind semantische Auszeichnungen strukturierter Daten der Website ticketmaster.at

Datum (11. Juni 2017), Veranstaltung (Coldplay) und Ort (Ernst Happel Stadion, Wien) sind strukturierte Daten, welche auf der Website ticketmaster.at durch eine Auszeichnung mit schema.org hinterlegt sind. Diese werden bei einer Google Suche in den SERPs angezeigt um die individuelle Qualität eines Suchergebnisses für den Nutzer zu steigern.

Das NAP aus der Überschrift steht für Name, Address & Phone Number, also aus den drei Kerninformationen jedes Unternehmens, das eine Dienstleistung am Firmenort anbietet. Wichtig dabei ist auch Konsistenz, also dass diese Kerninformationen überall genau exakt angeführt werden, wie auch SearchEngineLand in einem Artikel aus dem April 2015 schreibt. Im Bezug auf lokale Unternehmen gibt es bei schema.org eine eigene Kategorie namens Local Business. Der Code dafür sieht beispielsweise wie folgt aus:
Code schema.orgAuf diese Art kann Google nun also aus der Website auslesen, wie der Unternehmensname ist (z.B. Fahrrad Graz), was die genaue Adresse (z.B. Korösistraße 1, 8010, Graz, Steiermark) und Geo-Location (Latitude & Longitude) ist und unter welcher Telefonnummer (0316/123456) man das Unternehmen erreichen kann. Der Nachteil an einer Implementierung von schema.org ist mit Sicherheit, dass diese ohne Know-how (bzw. Entwicklerressourcen) kaum umsetzbar ist. Hier muss also etwas in die Tasche gegriffen werden, wobei die Einbindung des Codes in die Website für einen Entwickler keine große Herausforderung darstellt und daher auch kein Budget sprengen wird.

3) Optimierung der Meta Beschreibungen

Bei der optimalen Länge der wichtigsten Meta Beschreibungen hat Google im Laufe der letzten Jahre und Monate die Begrenzung immer weiter nach oben korrigiert. Beim Meta Title (der Text, welcher oben im Browser-Tab angezeigt wird) sind es derzeit 70 Zeichen, bei der Meta Description (jener Text, der bei einem Suchergebnis auf Google angezeigt wird) sind es aktuell 175 Zeichen.

In diesen Elementen sollen die relevantesten Keywords eingebaut sein. Habe ich nun also einen Fahrrad Reparaturservice in Graz/Geidorf, so sollen alle diese (Haupt-) Informationen über Geographie und Service sowohl im Titel als auch in der Beschreibung z.B. auf der Unterseite http://www.meinedomain.at/reparatur vermerkt sein. Das Hinzufügen von Bezirk (Geidorf), Stadt (Graz) oder Bundesland (Steiermark) ist hier die Local SEO Maßnahme. Je nachdem ob ich mein Kerngeschäft auf den Bezirk, die Stadt oder das Bundesland abziele, dementsprechend sollen die geographischen Phrasen verwendet werden. Wiederum auf unser konkretes Beispiel bezogen könnten die Meta Informationen hier wie folgt aufgebaut sein:

Meta Title (70 Zeichen):
Fahrrad Graz | Geidorf – Korösistraße 1 | Verkauf, Service & Reparatur

Meta Description (170 Zeichen):
Fahrrad Graz | Graz Geidorf – Korösistraße 1 | Ihr langjähriger und zuverlässiger Partner rund ums Fahrrad | Rennrad-Verkauf, Fahrradschläuche,  Reparatur und Ersatzräder

Wichtig ist dabei, dass die Seitentitel und Seitenbeschreibungen einer jeder Unterseite mit (verschiedenen) passenden Keywords angepasst werden und nicht einfach global für jede (Unter-)Seite verwendet werden. Bei einer WordPress-Seite kann dies einsteigerfreundlich mit einem SEO-Plugin wie etwa Yoast gemacht werden, auch bei TYPO3 gibt es mittlerweile immer mehr benutzerfreundliche SEO-Plugins, falls man die Meta Beschreibungen nicht über die normale CMS-Struktur in den Seiteneigenschaften anlegen will.

4) Opimierung des Websitecontents

Schon etwas schwieriger bzw. langfristiger gestaltet sich die lokale Optimierung des Website-Inhalts. Abgesehen von der regelmäßigen Erwähnung der regionalen Gegebenheiten in den Texten funktioniert hier so genannter unique content am besten.

Im Beispiel unseres Fahrradgeschäfts in Graz/Geidorf könnte dies etwa eine der folgenden Ideen bzw. Maßnahmen sein:

  • Eine Skizzierung der historischen Entwicklung des Radfahrens in Graz
  • Ein Überblick über die wichtigsten, gefährlichsten oder sichersten Radwege in Graz und Tipps für das sichere Radfahren
  • Eine Checkliste, wie das Fahrrad winterfest gemacht werden kann (wenn man wagemutig genug ist um es im Winter zu benutzen) oder diebstahlsicher gemacht werden kann (wenn man doch die Einwinterung bevorzugt).
  • Man kann über spannende Projekte an der TU Graz schreiben, welche zum Ziel haben das Fahrrad(fahren) der Zukunft zu skizzieren. Kontakte mit Personen von der TU Graz bekommt man durch die eigenen Hauptkunden wohl genügend 😉
  • Außerdem kann man z.B. die Radfahrerdichte in Graz mit jener aus bekannten Radmetropolen wie etwa Kopenhagen oder Amsterdam vergleichen und hier spannende Infografiken oder Diagramme zusammenbasteln.

Alles, was den eigenen Content vom Content des Radgeschäfts drei Straßen weiter abhebt ist hier erlaubt und vielmehr gewünscht. Abgesehen davon ist es natürlich auch wichtig, die Inhalte auf der Seite so aktuell wie möglich zu halten. Dies kann man entweder durch das Betreiben eines Blogs (z.B. wieder zu den oben genannten Themen) oder durch regelmäßige Newsupdates bewerkstelligen (z.B. zu Produktneuheiten, speziellen Öffnungszeiten, neuartigen Serviceleistungen wie etwa ein Fahrradschlauchautomat für die Zeit außerhalb der Öffnungszeiten).

Testimonials sind ein anderer nützlicher Weg, um lokales Interesse zu erzeugen. Ein Sponsoring des lokalen Radnachwuchses alleine wird wohl nicht reichen, um breites Medieninteresse zu entfachen. Eine Zusammenarbeit mit einem regional bekannten Promi jedoch schon. Man profitiert hier nicht nur durch den Content, den man über die Zusammenarbeit verfassen und sharen kann, sondern auch von Mundpropaganda und Berichterstattung in (über-)regionalen Medien.

Auch lokale Events wie z.B. ein Tag der Offenen Tür oder ein (gerne auch selbst erfundener) Mottotag erzeugen Interesse. Am 3. Juni jedes Jahres findet der Europäische Tag des Fahrrades statt – diese Gelegenheit sollte man nicht auslassen, sondern hier spezielle Rabatte oder Sonderangebote anbieten und diese rechtzeitig via Website, Newsletter, Facebook und Google+ teilen.

5) Generierung von Reviews und Listings

Extrem wichtig für Local SEO sind Reviews und Bewertungen für die (Service-)Qualität des eigenen Unternehmens. Durch die Präsenz bei Google MyBusiness können Menschen hier Bewertungen schreiben und Sterne vergeben (* bis *****). Die Durchschnittsbewertung wird dann auch bei der Unternehmensinformation auf Google angezeigt und sticht sofort ins Auge. Am bekanntesten und relevantesten ist diese Durchschnittsbewertung mit Sicherheit bei Restaurants und Lieferservices.

MyBusiness Bewertungen
Je mehr positive Reviews bei Google, desto wahrscheinlicher eine Weiterempfehlung.

Jedoch kann auch gerade bei unserem Beispiel des Fahrradgeschäfts eine positive (Gesamt-)Bewertung den Ausschlag dafür geben, dass ein Kunde mein Geschäft jenem Konkurrenten in gleicher Distanz vorzieht. Nimmt man nun das Beispiel von „Fahrrad Graz“ her, so ist „Lemur Bike & Bones“ mit einer Durchschnittsbewertung von 4.9/5 aus acht Reviews vorne dabei. Im Gegensatz hinterlässt Radsport Kotnik mit einer Gesamtnote von 2.8/5 bei sogar 21 Bewertungen keinen optimalen Eindruck.

Bewertungen MyBusiness
Die Bewertungen auf Google – ein wichtiges Indiz für ein lokales Geschäft. Stand: 19. Oktober 2016

Abgesehen von Google spießen in letzter Zeit jedoch auch viele andere Bewertungsportale aus dem Boden. Das in den USA extrem populäre Yelp erfreut sich in Österreich nicht ganz so großer Verbreitung, dafür sind mit gutgemacht.at oder herold.at in letzter Zeit zwei Portale dazu gekommen, welche ständig interessanter für österreichische Unternehmen werden. So gibt es auf letzterem Portal etwa mit Local HERO(LD)S eine herausgehobene Selektion von sehr empfehlenswerten Firmen, die von Besuchern auf herold.at besonders positiv bewertet wurden.

Wie gelange ich nun aber zu einer relevanten Anzahl von Reviews oder Rezensionen? Familie, Freunde und Bekannte (z.B. eben auf Facebook) sind immer eine erste Möglichkeit, welche man zumindest erwägen sollte. Denn hier soll jedoch darauf geachtet werden, dass die Reviews nicht zu rosig ausfallen oder das Unternehmen über den grünen Klee gelobt wird, denn eine Durchschnittsbewertung von 5/5 aus 25 Bewertungen macht ebenfalls stutzig – perfekte Unternehmen gibt es in der Realität nur selten. Daher soll eher darauf gedachtet werden, realistische und ehrlich gemeinte Bewertungen zu generieren.

Wenn ich einen Newsletter betreibe, kann ich meinen bestehenden Kundenstamm darauf hinweisen, das Unternehmen nach einer getätigten Dienstleistung (Fahrradkauf, Fahrradservice, Beratung) doch bitte online zu bewerten. Um den Anreiz für die Kunden zu erhöhen, sind Goodies (Dinge, die wenig in der Anschaffung kosten, aber dennoch einen bestimmten Will-haben-Reiz erzeugen) oder Gutscheine (z.B. -10% beim nächsten Radservice) ein sehr beliebter und auch gut funktionierender Weg. Quid pro quo – du bewertest mich, erhöhst dadurch meine Relevanz im WWW und bekommst dafür etwas von mir.

Wenn man die Kunden direkt im Geschäft nach getätigtem Kauf darauf hinweist, sie sollen doch so nett sein und das Einkaufserlebnis im Internet bewerten, dann wird zumindest ein kleiner Anteil der Kunden dies ebenfalls machen: „Eine positive Erfahrung erzählt man drei Leuten weiter, eine negative Erfahrung zehn“ – diesen Satz kennt wohl jeder. Im Falle einer positiven Erfahrung sind drei Reviews dennoch sehr beachtlich und brauchbar.

Der Aufbau von Bewertungen soll jedoch immer organisch erfolgen. Organisch bedeutet hierbei, dass die Gesamtanzahl langsam und stetig wachsen soll und immer realistisch bleibt. Man sollte niemals Bewertungen kaufen oder sich selber bewerten, da dies irgendwann auffliegt und man dann doppelt bestraft wird – von Google und in weiterer Folge auch von den Kunden, die davon erfahren und das Geschäft meiden.

6) Linkbuilding durch Linktausch und Kooperationen

Linkbuilding ist schon seit den Ahnenzeiten ein großes SEO-Stichwort. Von vielen gehasst (da ziemlich aufwändig und ohne genaues Konzept auch schwammig in der Umsetzung), bekam es im Lauf der Jahre immer mehr den Ruf einer überholten SEO-Aufgabe. Doch dieser Ruf ist unberechtigt. Anrey Lipattsev von Google gab im März 2016 in einem Interview mit SearchEngineLand bekannt, dass Links (neben Content und RankBrain) noch immer eine der drei relevantesten SEO-Kriterien sind.

Doch wie bekomme ich als lokaler bzw. regionaler Fahrradshop nun an einen akzeptablen Linkpool? Von dunklen Machenschaften wie Linkkauf wird an dieser Stelle natürlich wieder dringend abgeraten. Google wird einen Betrüger irgendwann garantiert erwischen – und dann ist die Domain unwiderruflich beschädigt. Daher sollte man sich nur an Aktivitäten halten, welche nicht im Bereich des Black-Hat-SEO liegen.

Als regionaler Radverkäufer hat man Räder von verschiedensten Herstellern im Angebot. Auch die Utensilien und das Zubehör stammt von vielen verschiedenen Unternehmen, Zulieferern und Lieferanten. Man kann hier im Laufe der Zeit durch Gespräche (oder E-Mails) darum bitten, den Link zur eigenen Website auf der Unternehmens-Website einzubinden. Im Gegenzug bindet man natürlich auch den Link zur Website des Partners auf der eigenen Website ein. Natürlich kann man auch Familie und Freunde (vielleicht führt jemand einen Blog?) darum bitten, das Unternehmen zu verlinken und/oder zu erwähnen. Auch hier greift wieder „quid pro quo“ – je mehr Links auf diese Art und Weise zur eigenen Website entstehen, desto relevanter wird die Website. Nicht nur im Bezug auf lokales SEO, sondern auch auf den PageRank an sich. Man sollte jedoch wieder darauf achten, dass man nicht auf zwielichtige Seiten oder Linksammlungen gelangt – Verlinkungen von dort können einer Website ebenso schaden.

Abgesehen davon sind auch Kooperationen mit lokalen und regionalen Plattformen der Lokalpresse sehr hilfreich. Im Falle von Graz wären dies zum Beispiel Der Grazer, Die WOCHE oder die Grazetta. In anderen Bundesländern seien an dieser Stelle RMA (Regionalmedien Austria), Bezirksblätter, Bezirkszeitung, Rundschau oder TIPS genannt. Man kann sich beispielsweise kostengünstige Möglichkeiten für Kooperationen überlegen (z.B. ein Sponsoring eines autofreien Tages),  Interviews geben oder sich für redaktionelle Artikel zur Verfügung stellen. Im Gegenzug kann man auf der eigenen Website, im eigenen Newsletter oder im Radgeschäft für die Regionalzeitung werben.

Zusammenfassung

Local SEO ist nicht einfach, ist nicht punktuell und ist nicht einmalig. Local SEO ist (wie eigentlich alle SEO-Maßnahmen) ein laufender und langfristiger Prozess. Nur wer stets am Ball bleibt und ständig nach weiteren Möglichkeiten sucht, die Sichtbarkeit der eigenen Website (und damit des eigenen Geschäfts) zu verbessern, wird über kurz oder lang Erfolg haben. Kreativität siegt – gerade wenn das Budget für digitale Werbemaßnahmen begrenzt oder gar nicht vorhanden ist. Für einen Einzelunternehmer ohne technisches Knowhow mögen manche dieser Maßnahmen jedoch kaum durchführbar sein. Dafür gibt es allerdings mittlerweile viele Experten (nicht nur Agenturen, sondern auch Freelancer), welche bei einzelnen vorher genannten Schritten weiterhelfen können.

Betreibst du schon Local SEO? Wenn ja, wie viel Aufwand betreibst du dabei?
Welche Local-SEO-Maßnahmen hältst du für besonders interessant?
Und was hältst du für überbewertet oder was funktioniert gar nicht?

Ich freue mich über eine kleine Diskussion oder Feedback zu meinem Blogeintrag in den Kommentaren oder per E-Mail an gerald@emprechtinger.com.