All Time Lieblingsserien: Platz 10-6

Ich verfüge mittlerweile über ein knappes Vierteljahrhundert an TV-Erfahrung.
Grund genug um in mich zu gehen und mir zu überlegen, wie das persönliche Ranking meiner Top 10 TV-Lieblingsserien aller Zeiten aussehen könnte. Grundbedingung dafür ist (logischerweise) jede Folge einer Serie (teilweise mehrmals) gesehen zu haben, Stunden damit verbracht zu haben, die besten Szenen auf YouTube und Konsorten immer wieder anzusehen und selbstverständlich auch diverse Passagen in- und auswendig zu kennen.

Die Verteilung meiner Liste beinhält zwei Serien aus den 1980ern, zwei Serien aus den 1990ern, gleich fünf aus den 2000ern und eine aus den 2010ern. Aber nun will ich euch nicht mehr auf die Folter spannen. Los geht’s mit dem ersten Teil dieses eigentlich unmöglichen Versuchs:

10. Parks & Recreation (2009-2015)
Eine von drei Comedy Serien auf dieser Liste hatte ich lange nicht im Blickfeld, erst aus Langeweile begann ich im Sommer vor drei Jahren die erste Staffel nachzuholen. Parks & Rec stammt aus der Feder von Michael Schur und Greg Daniels, die auch schon für The Office US sowie SNL zusammengearbeitet haben. Zudem ist Schur auch der Creator von Brooklyn Nine-Nine, einer meiner absoluten Lieblingsserien der letzten drei Jahre. Chris Pratt, Aubrey Plaza, Amy Poehler, Adam Scott, Rashida Jones, Nick Offerman, Rob Lowe und Aziz Ansari. In wenigen Jahren wird man sich fragen, wie man eine derartige All-Star-Cast über 125 Folgen bzw. sieben Staffeln hinweg zusammen halten konnte. Meine beiden Lieblingsszenen sind stellvertretend für hunderte komisch-abstruse Momente, welche man dieser Serie zu verdanken hat. Go Pawnee!

9. The A-Team (1983-1987)
Hannibal, B.A., Murdock und Faceman. Die Namen der Mitglieder des A-Teams würde ich auswendig kennen, wenn man mich um 03:00 in der Früh aufweckte. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, dass die Serie Ende der 80er bzw. Anfang der 90er immer am Samstagabend im ARD lief. Durch die Nähe zu Bayern waren wir in Ried damit gesegnet, nicht nur FS1 und FS2, sondern auch ARD, ZDF und Bayern 3 über Antenne empfangen zu können (später auch RTL Television und SAT1 – von der Qualität her je nach Wetterlage). Wie die letzten Zeilen schon deutlich machen, erinnert mich das A-Team stark an meine Kindheit. Unendliche Schusswechsel, Explosionen und Schlägereien ohne Verletzte oder Tote – durch diesen Umstand erlaubte es mir meine Mama auch schlussendlich, diese Serie im Volksschulalter anzuschauen. Lieblingscharakter? Faceman. Erklärung dafür? Nicht wirklich. Lieblingsszene? Jedes mal, wenn das A-Team in ein Flugzeug musste…

8. Mr. Bean (1990-1995)
Jedes Mal (wohl bis an mein Lebensende) werde ich an diese eine Mr. Bean Folge denken, wenn ich Beef Tartare auf einer Speisekarte lese oder serviert bekomme. Jedes Mal, wenn ich Austern an einem Buffet sehe, werde ich an diese eine Mr. Bean Folge denken. Jedes Mal, wenn jemand einen Truthahn auf dem Kopf hat .. na gut, das passiert nicht wirklich. Aber Thanksgiving ist trotzdem untrennbar mit dieser einen Mr. Bean Folge verknüpft. Durch die ständige Wiederholung der Serie als Lückenfüller zwischen Schifahren und Schispringen oder als Ersatzprogramm für abgesagte Sportevents für einen Zeitrahmen von nahezu einem Jahrzehnt (oder länger) kennt jeder zumindest eine handvoll bestimmter Szenarien dieser Serie, welche in Großbritannien damals kein großer Erfolg war. Die Serie schaffte es durch die Erzählstruktur auch ständig, dass man Mitleid mit einem Ungustl hatte – beispielsweise bei der Zerstörung seines geliebten Autos. Und dann gab’s auch noch Teddy, den tollsten Teddybären der 90er Jahre. Zwei meiner Lieblingsszenen habe ich bereits erwähnt. Es geht jeweils ums Essen.

7. Arrested Development (2003-2014)
Für AD gilt ähnliches wie für Parks & Rec: Jason Bateman, Will Arnett, Jeffrey Tambor, Tony Hale, David Cross, Michael Cera, Portia de Rossi, Jessica Walter und Alia Shawkat. Hier waren viele Schauspieler vereint, die sich mittlerweile zurecht Emmy- und Golden Globe-Sieger nennen dürfen. AD hatte in der ersten Hälfte der 2000er Skurrilität und Absurdität fast neu erfunden. Die Serie war von Beginn an ein Darling aller Kritiker, konnte sich jedoch beim normalen Fernsehpublikum nicht durchsetzen und wurde nach nur drei Staffeln von FOX abgesetzt. Auch bei mir dauerte es einige Jahre, bis ich die Serie per Nonstop-Binge aufgeholt hatte. Die 2014 von Netflix ausgestrahlte vierte Staffel konnte durch die Erzählstruktur leider nicht wirklich an die Genialität von früher anknüpfen. Staffel 5 ist jedoch in Planung und laut Creator Mitch Hurwitz soll diese wieder enger an die Ursprünge anknüpfen. Meine zwei Lieblingsszenen sind zwei perfekte Beispiele für das Potpourri an Gags: einmal total absurd, einmal per Wortspiel.

6. House M.D. (2004-2012)
Es gibt/gab Arztserien und es gab House. Obwohl alle Folgen nach Schema F (keiner hat einen Plan, dann hat House eine Idee, liegt aber daneben, der Patient stirbt fast und am Ende hat House dann doch noch eine Idee und kann den/die PatientIn retten) aufgebaut waren, war es einfach erfüllend die Geschichte dieses stets schlecht gelaunten und fiesen aber genialen Charakter über Jahre hinweg verfolgen zu können. Die exzellente Supporting Cast (Robert Sean Leonard, Lisa Edelstein, Omar Epps, Jesse Spencer, Jen Morrison, Olivia Wilde uvm.) fügte sich ebenfalls perfekt in die Welt des Princeton Plainsboro Hospitals ein. Dennoch: Hugh Laurie ist House und wird es auch immer bleiben. In meiner ersten Lieblingsszene teile ich House’s Meinung („I love this part“) und auf das Ende der zweiten Szene wartete ich (okay, vermutlich nicht nur ich) jahrelang, bis es endlich Wirklichkeit wurde.

Am Wochenende folgen dann meine Plätze 5-1. Es fehlt noch eine Serie aus den 80ern, eine Serie aus den 90ern, zwei Serien aus den 00ern und eine Serie aus den 10ern.